Belastbare Gutachten beginnen mit dem richtigen Messkonzept
Für belastbare Ertrags- und Standsicherheitsgutachten braucht es eine geeignete Datengrundlage. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viel zu messen, sondern die Messung von Anfang an auf den Standort und die Anforderungen der späteren Gutachtenerstellung abzustimmen.
Dafür braucht es ein standortspezifisches Messkonzept.
Das bedeutet konkret:
- Passende Messmethode: Mast, LIDAR, SODAR oder eine Kombination wird passend zu Standort und Gutachten ausgewählt.
- Die richtigen Daten erfassen: Sicherstellen, dass die für die spätere Bewertung relevanten Informationen erhoben werden.
- Nachmessungen vermeiden: Zusätzlichen Aufwand und vor allem Zeitverlust im weiteren Projektverlauf reduzieren.
Die Energiewerkstatt stützt sich bei der Erstellung von Messkonzepten auf rund 40 Jahre Erfahrung mit Windenergieprojekten und Erkenntnisse aus mehr als 500 Windmessungen weltweit.
Was brauchen die späteren Gutachten?
Welche Daten erhoben werden müssen, hängt auch davon ab, wofür sie später verwendet werden. Ertragsgutachten und Standsicherheitsbewertungen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Datengrundlage.
Normen und technische Vorgaben bilden den fachlichen Rahmen. Entscheidend ist jedoch, die Anforderungen mit Erfahrung und Augenmaß auf das konkrete Projekt anzuwenden.
Bei finanzierten Projekten ist beispielsweise die TR 6 für Ertragsgutachten maßgeblich. Eine möglichst geringe Berechnungsunsicherheit kann dabei die Finanzierungskosten senken.
Bei eigenfinanzierten Projekten können je nach Projektgebiet, Standort und Topografie fachlich begründete Abweichungen von der TR 6 möglich sein. Entscheidend ist, dass diese nachvollziehbar begründet werden und eine belastbare Bewertung sichergestellt ist.
Erfahrung hilft dabei, solche Spielräume richtig einzuschätzen und den Messaufwand so zu planen, dass Kosten und Nutzen in einem sinnvollen Verhältnis stehen.
Ziel: möglichst belastbare Prognose des zu erwartenden Energieertrags
Entscheidend: geeignete Winddaten und eine möglichst geringe Berechnungsunsicherheit
Ziel: Beurteilung der Eignung einer Windenergieanlage für den Standort und die vorgesehene Betriebsdauer
Entscheidend: standortspezifische Parameter wie Windprofil, Turbulenzintensitäten und Extremwindereignisse
Welche Messung ist wirklich notwendig?
Nicht jeder Standort benötigt denselben Messaufwand. In vergleichsweise einfachem, flachem Gelände kann unter Umständen eine Mastmessung oder eine LIDAR-Messung ausreichen. Bei komplexerer Topografie können Kombinationen aus Messungen mit Mast, LIDAR oder SODAR sinnvoll oder notwendig sein.
Das Messkonzept klärt deshalb vor Messbeginn zentrale Fragen:
- Welche Messmethoden sind für den Standort geeignet?
- Welche Messdauer ist notwendig?
- Welche Anforderungen müssen die Messdaten für das spätere Gutachten erfüllen?
- Welcher zusätzliche Messaufwand liefert tatsächlich einen relevanten Mehrwert?
Mehr Messaufwand bedeutet nicht automatisch eine bessere Datengrundlage. Entscheidend ist, ob zusätzliche Informationen die spätere Bewertung tatsächlich verbessern und ob dieser Erkenntnisgewinn in einem sinnvollen Verhältnis zum Aufwand steht.
Die langjährige Verbindung zwischen praktischer Projektarbeit und angewandter Forschung hilft der Energiewerkstatt einzuschätzen, welche Messungen tatsächlich erforderlich sind und wann zusätzlicher Messaufwand keinen entsprechenden Mehrwert mehr bringt.
Durch den Austausch mit Anlagenherstellern wissen die zuständigen Fachleute der Energiewerkstatt zudem, welche Standortinformationen für die Beurteilung der Standsicherheit benötigt werden. Diese Anforderungen können sie bei der Messplanung berücksichtigen.
Warum frühe Planung spätere Probleme vermeiden kann
Fehlen bei der späteren Auswertung oder Gutachtenerstellung wichtige Daten, kann eine zusätzliche Messung notwendig werden. Das verursacht nicht nur zusätzliche Kosten, sondern kann den weiteren Projektverlauf deutlich verzögern.
Besonders problematisch wird es, wenn eine Messkampagne bereits abgeschlossen ist. Ist etwa der Messmast schon abgebaut und zeigt sich erst danach, dass zusätzlich eine LIDAR-Messung notwendig gewesen wäre, geht wertvolle Zeit verloren. Mit einer frühzeitigen Messplanung hätten beide Messungen parallel durchgeführt werden können.
Wird an einem vereisungsanfälligen Standort bei der Messplanung keine geeignete Beheizung vorgesehen, können im Winter wichtige Messdaten ausfallen. Solche Standortbedingungen sollten deshalb schon beim Messkonzept berücksichtigt werden.
Messung und Gutachten aus einer Hand
Eine Stärke der Energiewerkstatt ist, dass Messplanung, Messung, Auswertung und Gutachtenerstellung im selben Haus erfolgen.
Messkonzept
Messung
Auswertung
Gutachten
Dadurch gibt es weniger Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Dienstleistern. Bei extern übernommenen Messungen kann sich im ungünstigsten Fall erst bei der Gutachtenerstellung zeigen, dass die vorhandenen Daten nicht ausreichen oder wichtige Informationen zur Messkampagne fehlen.
Direkter Austausch bei der Auswertung
Auch bei der späteren Auswertung ist die Verbindung zwischen Messtechnik und Gutachtenerstellung von Vorteil. Treten Auffälligkeiten in den Messdaten auf, können die Gutachter direkt mit den beteiligten Messtechnikern klären, was während der Messkampagne vor Ort passiert ist.
Zum Beispiel:
- Gab es besondere Bedingungen am Standort?
- Warum wurde ein Sensor auf eine bestimmte Weise positioniert?
- Gab es technische oder witterungsbedingte Besonderheiten?
So können die Messdaten mithilfe des Wissens aus der Messkampagne eingeordnet werden, statt ausschließlich auf übermittelte Daten und Dokumentationen angewiesen zu sein.
Von der Messplanung zum belastbaren Gutachten
Die Energiewerkstatt begleitet Windenergieprojekte vom standortspezifischen Messkonzept über die Windmessung und Auswertung bis zur Gutachtenerstellung.
Sie planen ein Windenergieprojekt oder möchten klären, welche Messungen für Ihren Standort und die spätere Bewertung sinnvoll sind?
Sprechen Sie mit unserem Team über die für Ihr Projekt passende Vorgehensweise.
Telefon: +43 (0)7746 / 28212/0
E-Mail: robert.zenz@energiewerkstatt.org
