Energiewerkstatt koordiniert UVP-Planung für Windparks Sandl und Königswiesen / St. Georgen
Die geplanten Windparks Sandl und Königswiesen / St. Georgen am Walde markieren einen wichtigen Meilenstein für die Windkraftentwicklung in Oberösterreich.
Die Energiewerkstatt ist bei beiden Vorhaben federführend in die technische Planung, die Windpotenzialbewertung und die Koordination des UVP-Projektes eingebunden.
Projektwerber sind die Windenergie Sandl GmbH & Co KG sowie die WE Königswiesen / St. Georgen am Walde GmbH.
Windpark Sandl
19 Anlagen · 136,8 MW · rund 316 GWh/Jahr
Windpark Königswiesen / St. Georgen am Walde
10 Anlagen · 72 MW · rund 142 GWh/Jahr
Gesamt
29 Anlagen · 208,8 MW · rund 458 GWh/Jahr
Wichtiger Schritt für die Windkraft in Oberösterreich
Während Windkraft in Oberösterreich bisher vor allem durch kleinere Bestandsprojekte geprägt war, stehen mit Sandl und Königswiesen / St. Georgen am Walde nun zwei Vorhaben in einer neuen Größenordnung im UVP-Verfahren. Beide Projekte überschreiten die bisher im Bundesland realisierten Kapazitäten deutlich und zeigen, welchen Beitrag größere Windparkentwicklungen künftig zur regionalen Stromerzeugung leisten können.
458 GWh/Jahr
prognostizierter Jahresertrag beider Projekte
rund 3,3 %
des oberösterreichischen Stromendverbrauchs
rund fünfmal so viel Windstrom
wie derzeit in Oberösterreich pro Jahr erzeugt wird

Technische Planung und Koordination der UVP-Unterlagen
Die Energiewerkstatt übernahm bei beiden Vorhaben zentrale Aufgaben in der technischen Projektentwicklung und in der Vorbereitung des UVP-Verfahrens. Dazu zählten insbesondere:
- Machbarkeitsprüfung
- Windmessungen und Ertragsprognosen
- Standortoptimierung und Windparklayout
- Technische Fachbeiträge und Nachweise für die UVE
- Zusammenstellung der Vorhabensbeschreibung und Qualitätssicherung der UVP-Einreichunterlagen
- Begleitung der Einreichung bei der UVP-Behörde
- fachliche Unterstützung in öffentlicher Auflage, Gutachtenphase und weiterem Verfahren
Bei Windparkprojekten dieser Größenordnung müssen zahlreiche Datengrundlagen, Fachbeiträge und technische Nachweise konsistent zusammengeführt werden. Die Energiewerkstatt koordinierte dabei insbesondere jene Unterlagen und Beiträge, die für die technische Projektbeschreibung, die Bewertung des Windpotenzials, die Ertragsprognosen und die Einreichplanung relevant sind.
„Für Oberösterreich sind diese Projekte ein wichtiger Schritt. Sie zeigen, dass Windkraft auch im eigenen Bundesland in einer neuen Größenordnung weiterentwickelt werden kann. Umso wichtiger ist es, dass die fachlichen Grundlagen belastbar, nachvollziehbar und im Verfahren gut erklärbar sind. Genau darin sehen wir unsere Verantwortung.“ (Claas Rittinghaus – Projektleiter) oder (Andreas Krenn – Geschäftsführer)
Nach der Einreichung bleibt die fachliche Begleitung von unserer Seite ein wesentlicher Teil des Prozesses. Während der öffentlichen Auflage, in der Gutachtenphase und in den weiteren Verfahrensschritten beantwortet die Energiewerkstatt technische Rückfragen zur Planung, Windmessung und Ertragsbewertung. Auch bei öffentlichen Verfahrensschritten bringt sie ihre fachliche Expertise ein.
Windmessungen als Grundlage belastbarer Ertragsprognosen
Eine wesentliche Grundlage der Projektentwicklung waren die Windmesskampagnen in den beiden Projektgebieten. Ziel war es, die Windverhältnisse im später relevanten Höhenbereich der Anlagen möglichst belastbar zu erfassen. In Sandl sind Anlagen mit 199 Metern Nabenhöhe geplant, in Königswiesen / St. Georgen am Walde mit 175 Metern Nabenhöhe. Der Rotordurchmesser beträgt bei beiden Projekten 172 Meter.
Dafür betrieb die Energiewerkstatt in beiden Projektgebieten jeweils 120 Meter hohe Windmessmasten über einen Zeitraum von einem Jahr. Ergänzend wurden Lidarmessungen durchgeführt, mit denen sich die Windverhältnisse auch oberhalb der Messmasthöhe präzise erfassen lassen.
Die Kombination aus Mast- und Lidarmessungen ermöglicht eine genauere Einschätzung, wie stark die Windgeschwindigkeit mit zunehmender Höhe ansteigt und welche Windverhältnisse in Nabenhöhe zu erwarten sind. Daraus werden die Ertragsprognosen abgeleitet, die wiederum eine zentrale Grundlage für die technische und wirtschaftliche Bewertung der Projekte bilden.

Aktueller Verfahrensstand
Mit der öffentlichen Auflage der Einreichunterlagen haben beide Projekte einen wichtigen Verfahrensmeilenstein erreicht. Diese Auflage ist inzwischen abgeschlossen. Derzeit befinden sich die Verfahren in der fachlichen Prüfphase: Eingelangte Stellungnahmen und Einwendungen werden von den behördlich bestellten Sachverständigen bearbeitet und fließen gemeinsam mit den Teilgutachten in die zusammenfassende Bewertung ein.
- Abgeschlossen: öffentliche Auflage der Einreichunterlagen
- Aktuell: fachliche Bearbeitung von Stellungnahmen, Einwendungen und Teilgutachten
- Danach: zusammenfassende Bewertung und deren öffentliche Auflage
- Nächster großer Verfahrensschritt: mündliche Verhandlung Ende diesen bzw. Anfang nächsten Jahres
- Anschließend: behördliche Entscheidung
Beitrag zur Dekarbonisierung der Stromversorgung
Die beiden Projekte zeigen, welchen Beitrag größere Windparkvorhaben zur weiteren Dekarbonisierung der Stromversorgung in Oberösterreich leisten können. Zugleich machen sie deutlich, welche Bedeutung belastbare Windmessungen, konsistente technische Planung und eine präzise Koordination der UVP-Unterlagen für Windparkprojekte dieser Größenordnung haben.
Für die Energiewerkstatt sind Sandl und Königswiesen / St. Georgen am Walde zwei bedeutende Planungsprojekte und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung der Windkraft in Oberösterreich. Gerade bei den ersten großen Windpark-UVP-Verfahren im Bundesland kommt einer fundierten technischen Projektaufbereitung besondere Bedeutung zu.
